Akkus liefern unauffällig die elektrische Energie für Handys, Smartphones, Notebooks und anderen Gadgets, und sind damit allgegenwärtig, und doch unsichtbar. Wenn sie jedoch im entscheidenden Moment streiken, kann das ausgesprochen lästig sein, etwa bei einem wichtigen Telefonat. Mit ein bisschen Know How sorgen Sie dafür, dass Akkus länger leben und besser durchhalten.
Unterschiedliche Einsatzgebiete
Man findet sie in elektrischen Kleingeräten und Werkzeugen, schnurlosen Telefonen und Spielzeug, in Handys und Notebooks: Akkus – wieder aufladbare Batterien – sorgen für die Stromversorgung, solange keine Steckdose in der Nähe ist. Doch je nach Einsatzzweck herrschen recht unterschiedliche Anforderungen an Ausdauer, Leistungsfähigkeit oder Temperaturbeständigkeit. Und dementsprechend existieren mehrere Akkutypen, die eine unterschiedliche chemische Zusammensetzung und unterschiedliche Eigenschaften haben. Jeder Typ erfordert eine andere Handhabung, damit sein Potenzial optimal ausgeschöpft wird. Damit das klappt, gibt Ihnen ITACE zuerst einen Überblick über die wichtigsten Akkutypen und verrät Ihnen dann Tipps und Tricks zum richtigen Umgang.
Akku ist nicht gleich Akku
Der wichtigste Akkutyp ist zur Zeit der Lithium-Ionen-Akku, wie er vor allen Dingen in Handys, Smartphones und Notebooks zum Einsatz kommen. Seine herausragende Eigenschaft: Er kann besonders viel Ladung pro Gewicht speichern. Das ermöglicht eine kompakte Bauweise für kleine Geräte und trotzdem lange Laufzeiten – bei Mobilgeräten natürlich eine besonders gefragte Eigenschaft. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ein sehr hoher Anteil der gespeicherten Ladung, nämlich 96 Prozent, auch tatsächlich genutzt werden kann. Nicht zuletzt kann ein Li-Ion-Akku mit 3,6 Volt eine etwa dreimal höhere Spannung abgeben als die anderen beiden Akkutypen, was im Vergleich eine fast um 2/3 reduzierte Baugröße ermöglicht. Seine Nachteile: Er ist im Wesentlichen nur bei Normaltemperaturen nutzbar, bei Frost verliert er schnell seine Funktion. Weiterhin altert er recht schnell, und in der Regel gilt ein Akku nach 500 Ladezyklen als verbraucht. Die empfindlichen Chemikalien erfordern außerdem eine intelligente Ladetechnik, um eine Überhitzung und eine Zerstörung beim Laden (oder Entladen) zu verhindern.
Wo Akkus in Standard-Größe, etwa als Mignon-Zellen, zum Einsatz kommen, handelt es sich meist um Nickel-Metallhydrid- (NiMH-) Akkus. Gut: NiMH-Akkus können ihre Energie bei einer nahezu konstanten Spannung von 1,2 Volt abgeben, erst kurz vor der Entladungsgrenze sackt die Spannung ab. Ebenfalls vorteilhaft: Bei Bedarf können sie ihre Energie auch in sehr kurzer Zeit liefern und dabei sehr hohe Ströme abgeben. Damit eignen sie sich sehr gut für eine starke Beanspruchung, zum Beispiel in Elektrowerkzeugen, Lampen, Digitalkameras mit Blitz oder im Modellbau. Weniger vorteilhaft ist das Lade- und Entladeverhalten: NiMH-Akkus reagieren auf Überladung, Überhitzung, falsche Polung oder Tiefentladung mit einer Abnahme der Kapazität, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Weiterhin entladen sie sich selbstständig: Am ersten Tag nach dem Ladevorgang ungefähr fünf bis zehn Prozent ihrer Kapazität, danach etwa pro Tag ein halbes bis ein Prozent. Damit eignen sie sich nicht für einen Einsatzzweck, wo sie auch nach längerer Aufbewahrung funktionieren müssen, etwa in Feuermeldern oder Taschenlampen. Tipp: NiMH-Akkus der neusten Generation sind jedoch auch mit sehr geringer Selbstentladung zu bekommen.
Der letzte häufig zu findende Akkutyp sind Nickel-Cadmium- (NiCd-) Akkus. Die sind wegen des Schwermetallgehalts zwar seit 2006 EU-weit verboten, sind aber nach wie vor in vielen älteren Geräten oder aus Altbeständen im Einsatz. Sie besitzen annähernd die gleichen Eigenschaften wie NiMH-Akkus, während die jedoch bei Kälte ihre Kapazität verlieren, sind NiCD-Akkus auch bei frostigen Temperaturen einsetzbar. Nachteil: NiCd-Akkus älterer Bauart entwickeln bei wiederholter Teilentladung und Wiederaufladung den so genannten Memory-Effekt, bei dem sie einen Teil ihrer Kapazität einbüßen.
Li-Ion-Akku richtig lagern
Li-Ion-Akkus bestehen aus Chemikalien, die bei einem zu schnellen Laden oder Entladen sehr heftig miteinander reagieren und den Akku zerstören können. Dabei entstehen so hohe Temperaturen, dass sogar Feuergefahr besteht. Doch keine Sorge: Damit das nicht passiert, besitzen ausnahmslos alle Li-Ion-Akkus eine eingebaute Sicherheitselektronik, die den Lade- und Entladestrom überwacht und verhindert, dass der Akku zu weit aufgeladen oder entladen wird. Das bedeutet für den Anwender: Li-Ion-Akkus können eigentlich nicht falsch geladen und entladen werden und sind in der Handhabung weitgehend unkompliziert.
Was sich jedoch schädlich aus wirkt, ist zu viel Wärme, denn die beschleunigt die chemische Alterung und den Verschleiß des Akkus. Für Gebrauch und Lagerung empfehlen sich deshalb möglichst kühle Temperaturen. Falls Sie zum Beispiel mit dem Notebook ohnehin meist an der Steckdose arbeiten, nehmen Sie den Akku aus dem warmen Gerät heraus und lagern Sie ihn an einem kühlen Ort, optimal sind 5 bis 15 Grad Celsius. Das gilt auch, wenn Sie das Notebook längere Zeit nicht benutzen: Nehmen Sie den Akku bei einem Ladezustand von 40-60 Prozent aus dem Gerät und lagern Sie ihn kühl. Vermeiden Sie im Sommer, das Handy über längere Zeit im aufgeheizten Auto aufzubewahren, um den Akku (aber auch das empfindliche Display) zu schonen.
Akku-Jogging gegen Batterieträgheit
NiMH-Akkus verlieren einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit, wenn Sie regelmäßig nur teilweise ent- und geladen werden. Das ist häufig bei Schnurlos-Telefonen der Fall, die meist nach wenigen Gesprächen wieder in die Ladestation gestellt werden. Der so genannte „Batterie-Trägheitseffekt“ sorgt dafür, dass sich die abgegebene Spannung des Akkus während des Entladevorgangs verringert, und nicht erst kurz vor Schluss zusammenbricht. Um diesen Effekt zu vermeiden, sollten die Akkus möglichst immer vollständig entladen und dann wieder vollständig geladen werden. Tritt der Trägheitseffekt trotzdem auf, hilft „Akku-Jogging“: Entladen und Laden Sie den Akku mehrmals hintereinander vollständig, um die alte Leistungsfähigkeit wieder herzustellen.
Kampf dem Memory-Effekt
Auch bei den älteren NiCd-Akkus hat nur teilweises Entladen einen negativen Effekt: Scheinbar merken sich die Akkus den Ladezustand, bei dem sie üblicherweise wieder aufgeladen werden, und können dann nur noch bis zu diesem Punkt Leistung abgeben. Wird der Akku beispielsweise regelmäßig bei 60 Prozent Ladung wieder ans Ladegerät gehangen, kann er nach einer Weile nur noch 40 Prozent seiner Leistung liefern, bevor die Spannung zusammenbricht. Aus diesem Grund spricht man vom „Memory-Effekt“. Auch NiCd-Akkus sollten also nach Möglichkeit immer vollständig entladen und geladen werden, um ihnen eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Ist der Effekt einmal aufgetreten, hilft auch dagegen das mehrfache vollständige Laden und Entladen des Akkus. Nach und nach kehrt seine ursprüngliche Leistungsfähigkeit zurück.
Tiefentladung und Überladung vermeiden
Für alle Akkutypen gilt gleichermaßen: Vermeiden Sie eine Ladung oder Entladung über die Kapazitätsgrenzen hinaus, weil dabei chemische Reaktionen auftreten, die den Akku zerstören. Haben Sie einmal bemerkt, dass ein Akku keine Leistung mehr liefert, vermeiden Sie weiteres ausprobieren und entladen, sondern schließen Sie das Ladegerät an. Verwenden Sie zum Laden möglichst intelligente Geräte mit einer automatischen Erkennung des Ladezustands. Das erkennt, wenn der Ladestrom einen gewissen Wert unterschreitet, weil der Akku voll ist, und beendet dann den Ladevorgang.




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