Wie jedes Jahr findet auch Anfang September 2010 die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin statt. Hier werden jährlich die technologischen Weichen für Unterhaltungselektronik und Haushaltstechnik gestellt, hier gibt’s die nagelneuen Träume für den weihnachtlichen Gabentisch. ITACE verrät Ihnen jetzt schon, welche Highlights zu sehen sein werden.
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Start der Messe-Saison
Eine Vielzahl wichtiger Größen der Unterhaltungselektronik und einige große Hausgerätehersteller waren am 7. und 8. Juli in Hamburg auf der „IFA-Preview“ vertreten, einer zeitigen Vorschau auf die wichtigsten Neuheiten der Messe in Berlin. Dort bekam die Fachpresse, darunter auch ITACE, einen Einblick vor allen regulären Messebesuchern, für die sich erst im September die Tore in Berlin öffnen. Bereits nach wenigen Blicken über die verschiedenen Stände war klar: Das große Thema in diesem Jahr ist 3D. Der gigantische Erfolg von Avatar und anderen Blockbustern in 3D-Technik zieht eine Welle von neuen Fernsehern, Sat-Receivern und Blu-ray-Playern nach sich, die die Wiedergabe dreidimensionaler Inhalte im heimischen Wohnzimmer ermöglichen sollen. Fernseher, Sat-Receiver, Blu-ray-Player und Heimkino-Anlagen kommen im nächsten Jahr nicht mehr ohne diese Funktion aus, dementsprechend ergänzen und erweitern Hersteller wie Philips, Samsung oder LG ihre jeweilige Produktpalette.
3D total
Samsung setzt von allen Herstellern vielleicht den größten Schwerpunkt auf 3D. Unter den aktuellen TV-Geräten befinden sich gleich vier LCD- und eine Plasma-TV-Serie, die diese Technologie beherrschen. Laut Gerd Weiner, Head of CE-Marketing bei Samsung rechnet der koreanische Hersteller noch dieses Jahr mit einer sechsstelligen Summe von verkauften 3D-Fernsehern, im Jahr 2011 sollen es bereits mehr als 500.000 Einheiten sein. Damit soll eine Basis geschaffen werden für alle 3D-Inhalte, die von Kino- und Fernsehproduzenten in den kommenden Jahren angeliefert werden. Das wird voraussichtlich aber nicht allein mit dem C9090 gelingen, ab der IFA neues Flaggschiff des Produkt-Lineups: Erstmals mit einer gebürsteten Edelstahl-Front ausgestattet und nur 7,89 Millimeter tief, besitzt das Gerät einen Dreifach-TV-Tuner, LED-Hintergrundbeleuchtung, einen Netzwerk-Anschluss, einen integrierten Media-Player, Internet@TV und eine Fernbedienung, auf deren eigenem Display ein zweiter TV-Sender parallel angeschaut werden kann. So viel Eleganz und technische Finesse hat allerdings ihren Preis: Die unverbindliche Preisempfehlung für den C9090 liegt bei einer Bilddiagonalen von 46 Zoll (117 Zentimeter) bei 4.999 Euro.
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Natürlich springt auch LG auf den 3D-Zug auf und zeigt die neuen 3D-Full-HD-Fernseher LX9500, LX6500 und LD950, zudem den 3D-fähigen Blu-ray-Player BX850. Obwohl der LX 9500 und der LX 6500 neben aktuellen Netzwerk-Funktionen auch 3D-Bilder nach dem herkömmlichen Verfahren mit Shutter-Brille anzeigen können, setzen sie doch vor allen Dingen auf den Trend zu schickeren und flacheren Fernsehern, die sich harmonisch ins Wohnzimmer einfügen. Der LX 9500 hat dabei eine Besonderheit zu bieten: Trotz flächendeckender Hintergrundbeleuchtung mit LEDs („Full LED“) ist das Gerät dank neuartiger Technik nur noch rund 22 Millimeter tief, also sehr schlank. Mittlerweile fast selbstverständlich sind zahlreiche Internet-Applikationen und im Fall von LG der Zugriff auf Video-On-Demand-Inhalte des Anbieters Maxdome. Der LD950 wird 3D der besonderen Art bieten: Er wird die räumliche Darstellung der Bilder nicht mit einer aktiven Shutter-Brille, sondern mit einer Polarisationsbrille realisieren, so wie im Kino. Das hat den Vorteil, dass die Brillen erheblich günstiger sind und auch nicht mit dem Fernseher synchronisiert werden müssen, dafür ist die Herstellung entsprechender TV-Bildschirme derzeit erheblich teurer als bei „normalen“ LED-3D-Fernsegeräten. So hat LG denn auch noch keinen Starttermin und keine Preise für sein neues Geräte-Lineup bekannt gegeben und wartet damit bis zur IFA.
Philips hat auf der IFA-Preview ebenfalls einige 3D-Produkte gezeigt, im Mittelpunkt standen neben den Fernsehern der neuen 8000er und 9000er-Serie zwei Blu-ray-Player: Für den BDP7500S2/B2, der bereits für rund 290 Euro (UVP) am Markt verfügbar ist, gibt es ab sofort ein Firmware-Update, um die Abspielfähigkeit für 3D-Filme nachzurüsten. Der größere Bruder BDP8000 ist ab September im Handel und wird rund 350 Euro (UVP) kosten. Er zeichnet sich durch einen integrierten WLAN-Adapter und 2 Gigabyte (gegenüber 1 Gigabyte beim BDP 7500) internen Speicher aus. Beide Blu-ray-Player bieten mit NetTV zahlreiche Internet-Anwendungen, erlauben den Zugriff auf die Online-Videothek von Videoload und spielen DivX-HD-Filme ab. Das können allerdings auch die TV-Geräte der vorgestellten 8000er und 9000er-Baureihen, zudem bietet NetTV auch einen integrierten Webbrowser, der den freien Zugriff auf Internetseiten erlaubt.
Nachfolger für den Videotext
Ein weiteres großes Stichwort für die kommende IFA ist „HbbTV“, den dezidierten Nachfolger des schon etwas angestaubten Videotexts. Hinter dem Kürzel verbirgt sich „Hybrid broadcast broadband TV“, eine hybride Mischung aus TV und Internet-Zugriff, die es dem Zuschauer ermöglicht, per Knopfdruck auf den „Red Button“ der Fernbedienung zusätzliche Inhalte zum laufenden Programm, Programmhinweise oder auch Medien aus dem Internet abzurufen. Das funktioniert ganz ähnlich wie Videotext, sieht aber zeitgemäß schick und übersichtlich aus und hat eine Menge Inhalt zu bieten. Voraussetzung: Der Fernseher oder die Settop-Box besitzt eine Internet-Verbindung und unterstützt den neuen HbbTV-Standard, der gerade erst Ende Juni 2010 festgeschrieben wurde. Philips gehört mit zu den Vorreitern dieser Technologie, daneben rüstet die Münchner Firma Videoweb ihre Settop-Box bereits jetzt mit dieser neuen Technik aus. Der Videoweb 600S kann per Internet immer wieder mit einer neuen Firmware ausgestattet werden und erfährt laufend eine Weiterentwicklung. Highlight auf der IFA-Preview: Der Videoweb wird noch in diesem Jahr 3D-Filme per Video On Demand abspielen können, sofern ein 3D-fähiger Fernseher vorhanden ist. Auf dem Messestand waren erste Demo-Videos zu sehen, die einen durchaus guten Eindruck hinterlassen haben.
Total vernetzt
Beinahe durch die Hintertür hat sich die Netzwerkschnittstelle und sogar WLAN als wichtigstes Ausstattungsmerkmal für TV-Geräte, Settop-Boxen und Blu-ray-Player etabliert. Sei es das Firmware-Update mit der neuen Geräte-Software, Internet-Apps, die für zusätzlichen Content sorgen oder der Zugriff auf Medien im Heimnetzwerk: Ohne Netzanschluss sind viele der neuen Technologien und Gadgets kaum noch denkbar. LG betonte in seiner Pressekonferenz die Absicht, die Integration und Anbindung seiner Geräte stärker voranzutreiben, das gleiche gilt für Samsung. Sehr beeindruckend war die Demonstration der Zusammenarbeit von Fernseher, Fernbedienung und HD-Camcorder auf der Samsung-Pressekonferenz. Dank WLAN-Schnittstelle und der Unterstützung des DLNA-Standards erkennt der Fernseher sofort, wenn ein Camcorder eingeschaltet und am heimischen Netzwerk angemeldet ist und zur Wiedergabe bereitsteht. Am TV-Gerät kann der frisch aufgezeichnete Videofilm mit dem integrierten Mediaplayer ohne große Verzögerung abgespielt werden – die Kamera streamt die Videodaten per Netzwerk auf den Bildschirm. Und währenddessen läuft auf dem LCD-Bildschirm der Fernbedienung das Fernsehprogramm weiter. Auch wenn solche fortgeschrittenen Funktionen heute noch Bestandteil der Geräte aus dem gehobenen Preissegment sind: Die Zeiten, in denen Urlaubsvideos auf DVD gebrannt und dann erst abgespielt werden mussten, in denen Videos per Kabel auf dem PC abgespeichert und dann erst angeschaut werden konnten, sind bald vorbei.





