ITACE hat ein Problem. Das Büro zieht vom Erdgeschoss unters Dach. Der Internetanschluss ist unten, auf gute Datenraten ist das Team aber auch oben angewiesen. Die Suche nach der besten Lösung bringt erstaunliche Erkenntnisse zu Tage.
DSL im ganzen Haus
Ein Umzug ist schon an sich keine schöne Sache. Besonders aber die Umquartierung der gesamten IT birgt immer wieder böse Überraschungen. Das beginnt schon beim Abbau mehrerer Rechner, dessen Kabel sich im Laufe der Jahre zu einer festen Einheit verwoben haben, und endet beim ersten Einschalten der umpositionierten PCs, mit der Gewissheit, dass irgendetwas hundertprozentig nicht funktioniert. Im aktuellen Fall bereitet besonders der Internetanschluss Kopfschmerzen. Das Alice Spharion-Modem samt Internet- und Telefonanschluss steht im Erdgeschoss, das neue Büro befindet sich zwei Stockwerke höher unterm Dach. Doch es wäre doch gelacht, ließe sich das Ganze nicht mit Hilfe der modernen Technik aus der Welt schaffen.
Versuch 1: DLAN + Router oben
Von DLAN-Lösungen hört man immer wieder das Beste. Ohne Kabel durch das ganze Haus ziehen zu müssen, lässt sich auf diese Weise ein Internetanschluss in jedem Raum realisieren. Das funktioniert ganz einfach mit Hilfe von speziellen Adaptern übers Stromnetz von Steckdose zu Steckdose. Das ist nicht nur einfach, sondern verspricht auch hohe Geschwindigkeit: Das bestellte Devolo dlan 200 AVsmart+-Kit, bestehend aus zwei Adaptern, bietet immerhin einen theoretischen Datendurchsatz von bis zu 200 Mbit, also mehr als genug für den DSL 16 000er Internetanschluss. Der Plan: Das Internetsignal mittels des DLAN-Adpaters unters Dach durchschleifen und es dann mittels des WLAN-Routers an die angeschlossenen PCs und Notebooks zu verteilen. Die Installation erfolgt wie erhofft unkompliziert und die Internetverbindung steht nach wenigen Minuten. Die Ernüchterung tritt bei den ersten Speedmessungen ein. Die Internetseite wieistmeineip spuckt als Ergebnis lediglich eine Downloadgeschwindigkeit von knapp über 6 Mbit an. Das entspricht gerade mal ungefähr der Hälfte des Tempos, das vor dem Umzug gemessen wurde.
Schuld sind in diesem Fall nicht die DLAN-Adpater, sondern das Stromnetz. Denn ob eine gute Verbindung zustande kommt, hängt maßgeblich von der Elektroinstallation des Hauses ab. Denn jedes Stromnetz besteht aus Leitungen mit mehreren Adern, beziehungsweise Phasen. Die werden möglichst gleichmäßig im Haus verteilt. Sitzen die DLAN-Adapter in verschiedenen Phasen, haben sie keine direkte Verbindung. Die Daten müssen also von einer Phase auf die andere „überspringen“. Das geschieht dort, wo die Kabel möglichst eng beisammen verlaufen, etwa in der Nähe des Sicherungskastens. Das unter diesem Vorgang die Datenrate leidet, sollte auch Nicht-Physikern einleuchten. Allerdings tritt dieses Phänomen nicht allzu häufig auf, in den meisten Fällen leisten DLAN-Adapter gute Arbeit. Tipp: DLAN-Adapter entweder im Internet bestellen (14-tägiges Umtauschrecht) oder mit dem Händler vor Ort eine Rückgabe-Möglichkeit aushandeln.
Tipp: Verlassen Sie sich nicht allein auf die Ergebnisse von Internet-Geschwindigkeitsmessungen wie von wieistmeineip & co. Downloads von bekannt schnellen Servern sollten ebenso zum Test der DSL-Leitung gehören.
Versuch 2: DLAN + Router unten + Switch
Das Ergebnis war auf jeden Fall unbefriedigend. Im Wissen, dass trotz der zwei Etagen-Differenz der WLAN-Empfang unterm Dach in der Vergangenheit gut war, kam Aufbau Nummer zwei zustande. Der WLAN-Router bleibt unten am Modem, dafür kommt oben am DLAN-Adapter ein zweiter Router als Switch für die PCs zum Einsatz. Die Idee: Die Notebooks können immerhin mit voller Geschwindigkeit downloaden, die PCs müssen mit der Hälfte auskommen. Das Ergebnis lässt aber ebenfalls zu Wünschen übrig. Zwar zeigen die Notebooks guten Empfang an (vier von fünf Balken), der Internet-Speedtest fällt aber mit rund 6 Mbit ebenfalls enttäuschend aus. Auch wenn die Downloadraten in der Praxis höher ausfallen, ist das nichts für die Ewigkeit. Vor allem nervt, dass die Notebooks trotz guten Empfangs öfter die Internetverbindung verlieren. Das gleiche Phänomen zeigt sich übrigens auch auf den Desktops – hier hilft nur der gute alte Ein/Ausschalten-Trick, in diesem Fall beim Router.
Versuch 3: WLAN + Repeater
Um den störenden Internetverbindungsabbrüchen zumindest im WLAN Einhalt zu gebieten, kommt die Idee auf, das Signal mit Hilfe eines Repeaters zu verstärken. Die erste Eingebung, einen der alten Router als Repeater zu verwenden, scheitert an drei Dingen: Zum einen sind beide nicht WDS-tauglich, zwingend nötig für den Einsatz als Repeater, zum anderen unterstützt WDS in den meisten Routern nur die schwache WEP-Verschlüsselung. Das entscheidende No-go ist allerdings: Repeater halbieren die Übertragungsbandbreite nahezu, da sie sowohl mit dem Notebook als auch mit dem Router kommunizieren. Insofern würde es also keine Abbrüche mehr geben, dafür wäre das Problem mit der Geschwindigkeit nicht gelöst.
Die (naheliegende) Lösung
Nachdem das ITACE-Team allerhand technisches Gerät ausprobiert und Stunden verplempert hat, kam die unfassbare Idee, ob es nicht möglich wäre, den Internet-Anschluss, also die Dose, von einem Techniker einfach unters Dach legen zu lassen. Ein Anruf, 50 Euro und eine Stunde Wartezeit später war dann alles wie früher. Und das Fax lässt sich auch wieder einsetzen.





