Schnelle 3D-Grafikkarten machen häufig Krach. Und es ist leider auch eher Regel als Ausnahme, dass Grafikkartenlüfter auch beim Surfen und Arbeiten nerven. Ist das auch bei Ihrem PC der Fall, gibt es eine einfache Möglichkeit dem Lärm Einhalt zu gebieten – das geniale Tool Afterburner. ITACE stellt es Ihnen ausführlich vor.


Grafikkartenlüfter regeln mit MSI-Afterburner

Eigentlich ist das Gratis-Programm MSI Afterburner nur für Grafikkarten von Hersteller MSI vorgesehen. Ob gewollt oder nicht – es arbeitet auch wunderbar mit anderen Fabrikaten zusammen. Hauptsache ist, dass ein halbwegs aktueller nVidia- oder AMD-Chip (Nvidia: 8000er-, 9000er-, 200er-Serie; AMD Radeon 3000er, 4000er oder 5000er Serie) an Bord ist. Voraussetzung für das Zusammenspiel ist lediglich, dass die Karte über eine Hardware-Überwachungsfunktionen (Hardware-Monitor) verfügt, den aber fast alle modernen Karten haben. Afterburner ist zwar in erster Linie zum Übertakten gedacht, eignet sich aber auch erstklassig zum Justieren der Lüftergeschwindigkeit. Zudem bietet es hervorragende Überwachungsfunktionen und Belastungstests, so dass alles in allem eine exquisite Wahl zum Reduzieren der Lautstärke  von Grafikkarten darstellt.

MSI Afterburner Anleitung

1 Installieren und starten Sie MSI Afterburner. Rechts im Programm sehen Sie das Monitoring-Fenster, dass unter anderem eine sehr gute Kontrolle der Chiptemperatur erlaubt. So können Sie im obersten Feld etwa die aktuelle (Wert rechts), sowie die niedrigste (Min) als auch höchste (Max) Temperatur seit dem Start des Programms ablesen. Der dritte Graph (Fan Speed) informiert Sie zudem über die Lüftergeschwindigkeit in Prozent. Bei 100 Prozent würde der Lüfter mit seiner maximalen Umdrehungszahl arbeiten. So weit, so gut. Klicken Sie nun im linken Programmfenster unten auf „User Define“. So können Sie eigene Lüftereinstellungen vornehmen. Klicken Sie dann auf „Settings“.

2 Im neuen Fenster „MSI Afterburner properties“ landen Sie zunächst im Reiter „General“. Markieren Sie hier „Start with Windows“, so dass das Programm automatisch bei jedem Windows-Start geladen wird und Ihre Einstellungen Verwendung finden.

3 Wechseln Sie nun zum Reiter „Fan“, und markieren Sie hier „Enable user defined software automatic Fan control“. Daraufhin erscheint ein Graph, den Sie nach Ihren Vorstellungen anpassen können. Eine Pauschalempfehlung, wie der Graph aussehen soll, können wir leider nicht aussprechen. Das hängt von Faktoren wie der Grafikkarte selbst, der sonstigen Kühlung etc. ab. Die Grundidee ist aber immer gleich: Im Windowsbetrieb, in dem die Grafikkarte kaum belastet wird, sollte der Lüfter möglichst mit einer niedrigen Drehzahl und dementsprechend leise arbeiten. Normalerweise reicht hier die niedrigste Einstellung, also meist 20 Prozent. Erst wenn die Temperatur über 50 Grad steigt, was normaler Weise nur beim Spielen der Fall ist, sollte der Lüfter schneller drehen. Dementsprechend „zeichnen“ Sie den Graphen. Ziehen Sie mit gedrückter Maustaste den ersten Knotenpunkt an die 50 Grad / 20 Prozent (oder niedriger) Koordinate. Den zweiten setzen Sie beispielsweise bei 60 Grad / 40 Prozent, denn dritten bei 70 Grad / 50 Prozent usw. Sie können bis zu acht Knotenpunkte setzen. Neue Knotenpunkte erstellen Sie per Klick auf die Linie, überflüssige klicken Sie an und entfernen sie mit der „Entf“-Taste auf der Tastatur. Mit einem Doppelklick legen Sie fest, ob die Kurve linear oder treppenartig verläuft (wir empfehlen Zweiteres).  Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden, klicken Sie auf „ok“.

4 Kontrollieren Sie nun zunächst, ob die Temperaturen unter Windows mit den niedrigeren Lüftereinstellungen unter 50 Grad bleiben. Klicken Sie dazu oben im Monitorfenster auf „Detach“, klicken mit der rechten Maustaste ins Fenster und klicken auf „Always on top“. So bleibt das Fenster mit der Temperaturanzeige stets im Vordergrund. Arbeiten Sie nun eine längere Zeit unter Windows und beobachten Sie die Temperatur. Steigt sie nicht über 50 Grad? Klasse. Falls doch, müssen Sie eine etwas höhere Minimallüfterdrehzahl und es damit erneut probieren.

5 Sie können auch mit verschiedenen Einstellungen experimentieren. Erstellen Sie dazu verschiedene Profile. Nachdem Sie in den „Settings“ Ihre Einstellungen vorgenommen haben, klicken Sie unten im Hauptmenü auf „Save“ und klicken auf eine der fünf Ziffern. Anschließend reicht ein Klick, um das jeweilige Profil aufzurufen (Wichtig dabei: „User define“ muss aktiviert sein, erkennbar am grünen Rahmen ums Feld „Fan Speed“).

6 Um zu überprüfen, ob auch Spiele mit den neuen Einstellungen stabil laufen, starten Sie den Stresstest “Kombustor” per Klick auf „K“. Das Programm basiert auf dem bekannten Benchmarktool „Furmark“. Einziger Unterschied: Statt eines Felldonuts wirbelt hier ein haariges MSI-Logo herum. Steigt nach einigen Minuten die Temperatur nicht über 80 Grad, ist das ein gutes Zeichen.

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