Mit seiner neuen Business-Serie will Asus vor allem anspruchsvolle Geschäftskunden ansprechen, die besonderen Wert auf exzellente Ausstattung, ansprechende Leistung sowie Mobilität und Robustheit legen. ITACE hat das Topmodell B53J-SO042X genau unter die Lupe genommen und getestet, ob das Notebook die hohen Ansprüche erfüllt.


Geschäftskunden im Visier

Die Bedürfnisse von Geschäftskunden sind bei Notebooks besonders hoch. Einerseits soll das Gerät bitte schön technisch vom Feinsten, toll ausgestattet und zuverlässig sein, andererseits werden hohe Mobilität und lange Akkulaufzeiten verlangt. Und schick muss das gute Stück letztlich auch sein, man will schließlich etwas darstellen. Asus versucht mit seiner neuen Business-Reihe genau diesen Wünschen zu entsprechen.

Das Flaggschiff B53J bietet neben einer guten Hardware-Ausstattung (dazu später mehr) ein nach eigenen Angaben schmutzresistentes Aluminium-Gehäuse und die aktuell typische Bildschirmdiagonalgröße von 39,6 Zentimetern (15,6 Zoll). Darüber hinaus bietet es eine spritzwassergeschützte Tastatur und eine gegen Stöße resistente Festplatte. Zusatzfunktionen wie Docking-Option, Diebstahl- sowie Festplattenschutz und ein Smart Card Reader sollen das Business-Paket abrunden.

Gehäuse / Verarbeitung

Rahmen, Deckel, Tastatur, Touchpad – alles ist beim B53J konsequent in schwarz gehalten. Das schicke Aluminium ist aber nicht überall verbaut. Die Unterseite, die Handballenauflage  sowie der recht breite Bildschirmrahmen bestehen aus weniger hochwertigem Kunststoff.  Alles in allem gibt es in Sachen Verarbeitung aber nicht viel zu kritisieren: Nichts knackt, knarzt oder knarrt. Die Scharniere sind leichtgängig, halten  den Bildschirm aber trotzdem stabil in der gewünschten Position. Allerdings fehlt für den Monitor ein Transportverschluss, so dass unter Umständen Gegenstände zwischen Tastatur und Bildschirm gelangen können.

Ein absoluter Kritikpunkt stellt allerdings die Fingerabdruckanfälligkeit dar. Egal ob auf der Handballenauflage aus Kunststoff oder auf Aluminium-Teilen – wer nur etwas feuchte Finger hat, wird umgehend Benutzungsspuren entdecken. Die Folge ist ein schmuddeliges Aussehen. Häufiges Abwischen gehört zum Pflichtprogramm.

Leistung

Das Asus B53J tritt mit einem Core i5-450M Prozessor, einer umschaltbaren Grafiklösung sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 320 GB Festplatte zum Leistungstest an.

Prozessor: Beim Mittelklasse-Prozessor Core i5-450M handelt es sich um eine zwei-Kern CPU, die mittels Hyperthreading-Technik vier Threads (Aufgaben) gleichzeitig bearbeiten kann. Standardmäßig läuft er mit einer Taktfrequenz von 2,4 Gigahertz, kann aber einen Kern bei hoher Belastung selbständig auf 2,66 Gigahertz übertakten (Turbo Boost).

Die Benchmark-Ergebnisse fallen für diese Prozessorklasse typisch aus. Der PCMark Vantage-Wert, der die Gesamtleistung des Systems in verschiedenen Anwendungsszenarien prüft, liegt mit 5770 Punkten im grünen Bereich.

Auch der Benchmark Cinebench 10, der die unter anderem die Render-Geschwindigkeit des Prozessors testet, spuckt ansprechende Ergebnisse aus.

Grafik/Spiele: Für verschiedene Szenarien stellt das Asus B54J zwei Grafiklösungen bereit. Die Idee: Wenn es auf lange Akkulaufzeit ankommt, aktiviert der Nutzer die integrierte Intel HD-Grafik, ist Leistung gefragt kommt die dedizierte Grafikkarte Radeon HD 5470 zum Einsatz. Aufgrund der mäßigen Leistung der Radeon-Grafik ergibt das so allerdings wenig Sinn. Abgesehen davon, dass 3D-Karten in Business-Notebooks ungewöhnlich sind, reicht die Leistung der Grafikkarte schlicht nicht aus, um aktuelle 3D-Spiele in voller Grafikpracht ausreichend zu beschleunigen. Nur wer Effekte abstellt und die Auflösung herunterfährt, wird bei gängigen Spielen brauchbare Bildwiederholraten erzielen. Möglich ist, dass Asus die Zusatz-Grafikkarte nur deshalb eingebaut hat, um einen HDMI-Ausgang und den Betrieb von mehreren Monitoren gleichzeitig zu ermöglichen.

Festplatte: Bei der Festplatte handelt es sich um eine ST9320325AS von Seagate mit einer mittelmäßigen Kapazität von 320 Gigabyte. Durchwachsen ist auch die Geschwindigkeit. Mit einer durchschnittlichen Transferrate von rund 58 Megabyte pro Sekunde rangiert sie leistungsmäßig im unteren Mittelfeld. Wahrscheinlich ein Grund dafür, dass sich das B53J unter Windows mitunter leicht träge anfühlt und die Bootzeit mit einer Minute und zwölf Sekunden sehr lang ausfällt.

Akkulaufzeit

Insgesamt sind die Akkulaufzeiten solide. Beim alltäglichen Surfen im Internet oder bei der Arbeit mit Word hält der Akku bei praktikabler Bildschirmhelligkeit und eingeschalteten WLAN über vier Stunden durch. Wenn unterwegs ein Film für Unterhaltung sorgen soll, darf der mit bis zu drei  Stunden Laufzeit ruhig Überlänge haben. Getestet wurde mit eingeschalteter Intel-Grafik, dessen Leistung auch für die HD-Wiedergabe ausreicht. Zum Vergleich haben wir auch einen Last-Test mit aktivierter ATI-Grafikarte durchgeführt. Durch stieg der Stromverbrauch um rund 20 Prozent. Ist der Akku leer, benötigt das klobige Netzteil etwa eineinhalb Stunden, um das B53J wieder vollständig zu laden – ein guter Wert.

Lautstärke

Im reinen Office/Internet-Betrieb arbeitet das Asus B53J recht leise, wenn auch hörbar. Die Festplatte erzeugt zwar kaum Geräusche, dafür ist Lüfter  ständig aktiv und erzeugt ein permanent vernehmbares Grundrauschen. Das fällt aber nur in absolut ruhigen Umgebungen auf. Selbst bei moderater Last, etwa beim Abspielen eines Films, dreht der Lüfter kaum auf. Nur sehr selten steigert er seine Drehzahl, bleibt aber auch dann unaufdringlich.


Temperaturen

Da der Lüfter anhaltend Abwärme aus dem Gehäuse befördert, heizt sich das Gehäuse kaum auf. Nur unterhalb der Lüfteröffnung, die sich hinten an der rechten Seite befindet, kann es etwas wärmer werden. Die Positionierung des Lüfter Auslasses  könnte allerdings Linkshänder stören, die bei der Benutzung einer Maus in den warmen Luftstrom geraten.

Bildschirm

Der entspiegelte Bildschirm bietet eine Bilddiagonale von 39,6 Zentimetern (15,6 Zoll) und eine Auflösung von 1.366 x 768 Bildpunkten. Dieses Breitbildformat bietet beim Abspielen von Filmen Vorteile, ist fürs Surfen im Internet aufgrund seiner geringen vertikalen Auflösung hingegen nicht ideal. Auf vielen Internetseiten entsteht so im rechten Bereich eine große freie Fläche, während in der Höhe nur wenig Infos Platz finden.

Technisch gesehen leistet der Bildschirm ordentliche Arbeit: Die Helligkeitsverteilung ist gut, die Blickwinkelstabilität durchschnittlich. Von der Seite betrachtet hält sich das Bild ganz gut, vertikal verfälschen die Farben hingegen recht schnell. Der Kontrast könnte etwas besser sein, vor allem das Schwarz ist nicht satt genug. Die maximale Helligkeit liegt ebenfalls im Mittelfeld, weswegen trotz der entspiegelten Oberfläche im Außeneinsatz die Sonne nicht zu stark scheinen darf.

Konnektivität / Anschlüsse

USB/Firewire/e-SATA: Auf der linken Seite befindet sich ein, auf der rechten Seite zwei USB-Anschlüsse, einer in Form eines kombinierten eSATA-Anschlusses. USB 3.0-Anschlüsse sind leider nicht verbaut, das Gleiche gilt für Firewire. Bei Bedarf lassen die sich aber über den Express-Card-Einschub an der rechten Seite nachrüsten.

Kommunikation: Keine großen Überraschungen in diesem Bereich. Neben WLAN (n-Standard) ist Gigabit-LAN, ein Modem-Anschluss und Bluetooth an Bord. Einen SIM-Karten-Einschub für mobiles Internet gibt es leider nicht.

Bildschimausgänge: Das B53J ist mit drei Bildanschlüssen komplett ausgestattet, neben dem üblichen analogen VGA-, gibt es zusätzlich einen HDMI-Ausgang und einen Display Port. Dank der Eyefinity-Technik von ATI können zwei Bildschirmausgänge gleichzeitig genutzt werden. Die Positionierung des HDMI-Ausgangs und des Display-Ports vorne links sind nicht optimal.

Sonstige: Des Weiteren ist an der Vorderseite ein Kartenleser vorhanden, der SD, MMS und Memory-Stick (Pro)-Medien aufnimmt. Ebenso sind  Mikrofon- und Kopfhörer-Buchsen (vorne links)  sowie eine Kensington-Schlossvorrichtung (rechts hinten) vorhanden. Wie erwähnt gibt es einen Express-Card-Einschub.

Bedienung

Tastatur: Asus nutzt fast die gesamt Breite für die Tastatur, so dass Platz für einen separaten Nummernblock vorhanden ist  und die wichtigsten Tasten wie Enter, Backspace, Shift und Space angenehm groß ausfallen. Die Tasten selbst haben einen recht langen, weichen Anschlag, was unter anderem daran liegt, dass die gesamte Tastatur beim Tippen etwas nachgibt. Bei unserem Testmuster war das vor allem im oberen rechten Bereich der Fall, hier handelte es sich offenbar um einen Produktionsfehler. Ansonsten ist die weiße Beschriftung auf den schwarzen Tasten gut erkennbar und das Tippgeräusch einigermaßen leise.

Touchpad: Kaum Anlass zur Kritik bietet das Touchpad. Es arbeitet präzise und fühlt sich gut an. Praktischer Weise unterstützt es den Bildlauf mit zwei Fingern. Leider tritt hier wieder die bereits erwähnte Fingerabdruckanfälligkeit zu Tage. Ausgenommen davon sind die beiden Touchpad-Tasten, die außerdem einen guten Druckpunkt bieten und nahezu ohne Klickgeräusch auskommen.

Sonstiges: Rechts vorne am Gehäuse gibt es einen Schieberegler zum De- beziehungsweise Aktivieren des WLAN. Zudem befinden sich drei Extra-Schalter rechts oben von der Tastatur. Der „Power-Gear“-Schalter ermöglicht das schnelle Umschalten zwischen verschiedenen Leistungs/Energiesparmodi. Mit dem „Asus Scene Switch“ lassen sich hingegen konfigurierbare Einstellungen (Desktop-Hintergrundbilder, sichtbare Desktop Icons, Ausgabemodi, Lautsprecherlautstärke) aufrufen, was sich als praktisch bei der Präsentation auf externen Ausgabegeräten erweisen kann. Zu guter Letzt gibt es noch einen Hotkey zum Abschalten des Touchpads.

Zubehör

Neben der obligatorischen Treiber- und Programm-DVD findet der Käufer auch eine Windows XP-Recovery-DVD in der Packung. Eine Scheibe fürs vorinstallierte Windows 7 Professional fehlt leider, die muss sich der Nutzer mit Hilfe eines vorinstallierten Programms selbst brennen. Ebenfalls in der Packung:  Ein Reinigungstuch und diverse Handbücher.


Extras

Asus hat dem B53J einige Zusatzfunktionen spendiert, die  zielgruppengerecht vor allem für Geschäftskunden interessant sein dürften.

  • Fingerabdruckleser:  Der Fingerabdruckleser dient zur schnellen und sicheren Windows-Anmeldung.
  • SmartCard-Leser: Dient ebenfalls zur sicheren Anmeldung und Verwendung des Notebooks. Windows lässt sich so konfigurieren, dass für die Anmeldung und Benutzung eine entsprechende Smartcard nötig ist.
  • Hardwareverschlüsselung: Das B53J unterstützt Hardwareverschlüsselung von Daten mit Hilfe eines eingebauten Trusted Platform Moduls (TPM).
  • Shock Shield-Funktion:  Soll die Festplatte vor Erschütterungen und somit vor Datenverlust schützen
  • Anti-Diebstahl-Unterstützung: Im Falle eines Diebstahls kann mithilfe des Intel Anti-Theft Supports das System aus der Ferne deaktiviert werden. Die vorinstallierte Computrace LoJack Software soll bei bei der Lokalisierung und Wiederbeschaffung eines verlorenen Geräts helfen. Für den Service fallen monatliche Kosten an.
  • Docking-Station kompatibel: Über die Docking-Schnittstelle lässt sich das B53J über die optional erhältliche Asus Power Station II an nahezu jedes Peripheriegerät im stationären Einsatz anschließen.

Fazit

Mit dem B53J ist Asus ein grundsolides Notebook gelungen. Es arbeitet recht leise, ist ausreichend flott und bietet alle wichtigen Schnittstellen. Der matte Bildschirm, die große Tastatur, das einwandfreie Touchpad und die vielen Business-Extras sind ebenfalls positiv zu werten. Angesichts der guten Ausstattung stimmt auch der Preis. Auf der Negativliste stehen die ausgeprägte Fingerabdruckanfälligkeit und das etwas unausgegorene Grafik-Konzept. Wenn schon eine Extra-Grafikkarte, dann bitte ein leistungsfähiges Modell.

ASUS B53J-SO042X
Hersteller: Asus
Preis: 1.049 Euro (UVP)

Technische Daten

  • Display: 39,6 cm / 15,6 Zoll (Auflösung: 1.366 x 768), LED, entspiegelt
  • CPU: Intel Core i5-450M (2.4 GHz, Turbo Boost bis 2.66 GHz, 3 MB Intel SmartCache)
  • Chipsatz: Intel QM57
  • Grafik: ATI Mobility Radeon HD 5470, 512 MB VRAM
  • Betriebssystem: Microsoft Windows 7 Professional 64-Bit (OEM)
  • Laufwerk: 8 x DVD Super Multi D/L
  • Kommunikation via Ethernet: 10/100/1000 MBit/s integriert
  • Bluetooth und WLAN 802.11 b/g/n integriert
  • Arbeitsspeicher: 4 GB DDR3 1.066 MHz / 8 GB maximal
  • Festplatte: 320 GB S-ATA, 5.400 U/Min
  • Schnittstellen: Bluetooth, 5-in1 Card Reader, VGA Out, 2 x USB 2.0, E-SATA/USB, HDMI, Kopfhörer, Mikrofon, Express Card, Display Port, Smart Card Reader, Docking Port
  • Akku: 8 Zellen Lithium-Ionen (4.400 mAh) / 90 Watt
  • Gewicht: ~2,7 Kilogramm
  • Abmessungen: 384 x 263 x 32 ~ 35 mm
  • Farbe: schwarz



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