„Big is beautyful“ – so lautete wohl das Motto bei der Entwicklung des neuen DECT-Telefons Gigaset E500. Statt mit winzigen Tasten sind die neuen Siemens-Geräte mit großzügig dimensionierten Bedienfeldern, Displays und Schriften ausgestattet.  Ob die weitere Ausstattung und die Funktionen ebenfalls großartig sind, klärt der folgende Test.


Das Telefon

„Wahre Größe“ verspricht Siemens  für das E500: Zuerst ins Auge fallen dabei die extragroßen, beleuchteten Tasten. Die sind nicht nur ältere Mitbürger komfortabel, vertippen kommt so gut wie nicht mehr vor. Auch der Bildschirm ist ausreichend groß dimensioniert, Ziffern und Zahlen lassen sich aufgrund des guten Kontrasts leicht entziffern. Die Verarbeitung an sich ist in Ordnung, aber nicht überragend. Auf der Rückseite ist etwas billig wirkendender, schwarzer Kunststoff verbaut, und wer das Telefon einmal etwas fester in die Hand nimmt, wird hier und da ein wenig Knarzen vernehmen. Insgesamt ist das E500 recht dünn, liegt aber angenehm in der Hand. Wer beide Hände beim Telefonieren braucht, und gerne das Telefon zwischen Schulter und Ohr einklemmt, wird mit der Bauform aber nicht glücklich. Denn dabei wird meist unbeabsichtigt das Gespräch beendet, da der Druckpunkt genau auf der „Auflegen“-Taste liegt.

Die Basis

Die Variante Gigaset E500A besitzt, im Gegensatz zum E500, zusätzlich einen Anrufbeantworter, der Anrufe in Abwesenheit bis zu 25 Minuten lang aufzeichnet. Die Basis verfügt darüber hinaus über ein Display zur Anzeige eingegangener Nachrichten und eine Leuchtleiste an der Vorderseite, die hereinkommende Anrufe optisch signalisiert. Praktisch: Eingehende Anrufe lassen sich auch über die Basis problemlos über die Freisprecheinrichtung entgegen nehmen. Es ist sogar möglich, über die Basis selbst Telefonate zu initiieren. Dazu stehen vier Direktwahltasten zur Verfügung.

Bedienung

In Sachen Bedienung gibt’s wenig zu kritisieren. Das Aufrufen von Menüs und Funktionen erfolgt intuitiv über eine 2-Wege-Navigationstaste und die zwei Tasten links und rechts unterm Display. Gut: Hörer-, Freisprech- und Klingeltonlautstärke lassen sich bequem über eine Wipptaste an der rechten Seite des Telefons einstellen. Eine weitere Besonderheit stellen die vier Direktwahltasten links und rechts vom Bildschirm dar. Darüber können Sie besonders häufig angewählte Rufnummern anwählen.


Strahlung

Aktuelle Studien attestieren DECT-Telefonen eine weitaus geringe Wärmewirkung (SAR) als Handys, und auch eine von Funktelefonen ausgehende Krebsgefahr wurde Funktelefonen noch nicht nachgewiesen. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn ein DECT-Telefon möglichst wenig strahlt. Deshalb reduziert das E500, wie alle Gigaset Telefone, die Funkleistung in Abhängigkeit von der Entfernung des Mobilteils zur Basisstation. Zusätzlich lässt sich die Sendeleistung des Gigaset E500 durch Aktivierung des ECO Modus abermals reduzieren. Siemens spricht von bis zu 80 Prozent – unabhängig davon, ob telefoniert wird oder nicht. Allerdings reduziert sich durch die Aktivierung des Eco-Modus auch die Reichweite, und zwar um 50 Prozent. Im Test kam es dadurch aber zu keinen Problemen. Des Weiteren bietet das E500 noch den „Eco-Modus+“. In diesem Fall strahlen Basis und Mobilteil abseits von Telefonaten gar nicht mehr. Kehrseite der Medaille: Die Standby-Zeit des Mobilteils reduziert sich um 50 Prozent und der Gesprächsaufbau verzögert sich um 2 Sekunden. Wer Wert auf niedrige Strahlung legt, für den ist das Gigaset E500 auf jeden Fall eine gute Wahl.

Akkulaufzeit / Stromverbrauch

Das Mobilteil des Gigaset E500 ist mit zwei austauschbaren Nickel-Metall-Hybrid-Akkus (AAA) mit je 800 mAH bestückt. Bei moderatem Gebrauch (30 bis 60 Minuten Sprechzeit pro Tag) halten die frischen Akkus rund acht Tage. Im Laufe der Zeit lässt die Leistung der Akkus technikbedingt immer mehr nach. Zum Aufladen braucht das Mobilteil etwa 6 Stunden. Der Stromverbrauch der Basis, wir testen wohlgemerkt die des E500A mit Anrufbeantworter, ist erfreulich niedrig. Im Standby zeigt der Stromzähler gerade einmal mickrige 0,6 Watt an, beim Aufladen lediglich 1,6 Watt. Top!

Sprachqualität

Ein Schwachpunkt des E500: Generell ist in der Leitung ein leichtes Grundrauschen zu hören, dass bei anderen DECT-Telefonen am gleichen Anschluss nicht auftrat. Auch die Telefoniequalität an sich kann nicht voll überzeugen: Zwar sind die Gesprächsteilnehmer gut verständlich, dafür kommt die eigene Sprache nicht immer klar und deutlich beim Gesprächspartner an.

Extrafunktionen

SOS-Notruf: Die Direktwahl-Taste „1“ lässt sich mit einer speziellen SOS-Funktion belegen. Einmal aktiviert, ruft das E500 dann automatisch bis zu vier Nummern an – beispielsweise von Verwandten und Freunden – bis jemand abhebt und den Notruf annimmt. Der Angerufene, falls er abnimmt, hört dann zunächst „Dies ist ein Notruf“. Zudem lässt sich dann ein weiterer, persönlicher Notruftext abspielen. Letztlich endet die Ansage mit „Zum Annehmen des Notrufs bitte Taste 5 drücken“. Wird das erledigt, kommt das Gespräch zustande. Falls der Angerufene nach 60 Sekunden nicht reagiert,  wählt die SOS-Funktion die nächste Nummer in der Liste an. Das erfolgt auch, wenn der Angerufene seinen Anrufbeantworter eingeschaltet hat, besetzt ist oder das Telefon des Notrufempfängers nicht auf „Tonwahl eingestellt ist“. Drei Mal telefoniert das E500A die Liste ab, falls dann immer noch keiner den Anruf entgegen genommen hat, wird die SOS-Funktion mit einem Fehlerton beendet. Insgesamt gerade für ältere Menschen eine hilfreiche Funktion.

Freisprechen: Sowohl Mobilteil als auch Basis haben eine Freisprechfunktion eingebaut, die beide einwandfrei arbeiten.

Fazit

Extragroße Tasten, hörgerätekompatibel, SOS-Funktion – das hört sich nach einem „Alte-Leute- Telefon“  an. Doch keine Bange: Gute Bedienbarkeit und ein gut lesbares Display sorgen nicht nur bei Oldies für mehr Komfort. Auch niedrige Strahlung und geringer Stromverbrauch kommen bei Jedermann gut an. Ausstattungstechnisch ist  zudem fast alles dabei, was man von einem modernen DECT-Telefon dieser Preisklasse erwarten kann. Allein die Sprachqualität kann nicht vollständig überzeugen. Die ist aber auch nicht so übel, dass wir vom Kauf abraten würden.

E500A
Hersteller: Siemens
Preis: 99,90 Euro (ohne Anrufbeantworter „E500“ 79,90“) UVP


Technische Daten

  • Reichweite: innerhalb von Gebäuden 30 m, außerhalb 50 m
  • Telefonbuch: 150 Einträge
  • Wahlwiederholung: Letzte 10 Nummern
  • Automatische Netzanbietervorwahl (Pre-Selection):  Ja
  • Wecker: ja
  • Kalender: nein
  • Display: Semigrafisch, Auflösung 128×80, 3 Zeilen, beleuchtet
  • Anruferanzeige (Clip): ja
  • Anzeige verpasste Anrufe:  20 (mit Datum und Uhrzeit)
  • Erweiterbar: bis zu 4 Mobilteile


Sounds

  • Klingeltöne: 3Klingelmelodien, 7 polyphonisch, 11  Realsounds
  • Individuelle Klingelmelodien für Telefonbucheinträge: nein
  • Hörerlautstärke einstellbar: Ja
  • Anschlüsse:  Klinke 2,5 mm
  • Hörgerätekompatibel: ja
  • Vibrationsalarm: nein


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